Von Beta zu Alpha

Das Gehirn aus dem Stress-Zustand bringen

Alpha-Zustand

Alpha-Wellen führen im Gegensatz zu Beta-Wellen zu einem ruhigen Zustand im Gehirn. Seine Indikatoren sind leichte Aufmerksamkeit, erleichterte Konzentration, erhöhte Lern- und Merkfähigkeit, bis hin zu einem Gefühl einer Einheit von Körper und Geist. Hier schwingt das Gehirn mit 12 bis 8 Hz. Es ist ein entspannter und ausgeglichener Zustand, aber dennoch energetisiert und wach, wie man ihn aus leichter Meditation/Imagination kennt. Alpha-Wellen treten in gelöster, entspannter Grundhaltung, beim Tagträumen und Visualisieren/Imaginieren auf. Alpha-Wellen sind das Tor zu noch tieferer Entspannung, sie sind als Brücke notwendig, damit Informationen aus dem Theta-Bereich (siehe unten) in unser Wachbewusstsein gelangen können. Wenn so tief meditiert/imaginiert/entspannt wird, dass wir nur noch Theta- und Delta-Wellen, aber keine Alpha-Wellen mehr produzieren, werden wir uns an die Inhalte der Meditation/Imagination nicht erinnern können. Alpha ist deshalb besonders in Kombination mit anderen Hirnwellen bedeutsam. Für die Regulation und Regeneration sind mindestens Alpha-Wellen notwendig. Allein im Alpha-Zustand selbst werden beruhigende Neurotransmitter produziert. Diese bilden den Ausgleich zu den gebildeten Stresshormonen, welche im Beta-& Gamma-Zustand produziert werden. Menschen, die aufgrund von Übererregbarkeit/Stress nicht auf natürliche Weise Zugang zum Alpha-Zustand und tieferen Rhythmen finden, denen fehlen diese beruhigenden Neurotransmitter. Diese dauerhafte Dysbalance führt zu stressbedingten Erkrankungen, welche sich nicht nur auf das Gehirn auswirken sondern systemisch auf den gesamten Organismus wirken können.

Beta-Zustand

Wir befinden uns in Beta-Wellen sowie in niedrigen Gamma-Wellen, wenn wir wach sind, mit offenen Augen, den Fokus auf die äußere Welt gerichtet oder mit konkreten ­Problemen beschäftigt sind. Hier schwingt das Gehirn in einer Frequenz von 38 bis 15 Hz.

Beta-Wellen werden mit Aufmerk­samkeit, Wachheit, Konzentration, Kognition und – im höheren Beta-Zustand (high Beta 30- 38 Hz) – mit Besorgnis und Ängsten assoziiert. Die meisten Menschen aus dem westlichen Kulturkreis haben ein Beta-dominiertes Gehirn.

Gamma-Zustand

Gamma-Wellen sind die schnellsten Gehirnwellen. Sie umfassen einen Frequenzbereich von 30 Hz bis weit über 100 Hz. Sie treten bei Angstzuständen, Hyperaktivität, Spannungen, aber auch bei körperlichen und geistigen Spitzenleistungen auf. Dies ist grundsätzlich nichts schlechtes, da hier höchste Aufmerksamkeit generiert wird. Allerdings kann das im Dauerzustand zu Schädigungen und Erkrankungen führen.

Theta-Zustand

Theta sind die Wellen des Unterbewussten, der Träumereien, von freien Assozia­tionen, verborgenem Wissen und kreativen Ideen. Sie kommen besonders im Traum (REM-Schlaf), in der Meditation/Imagination, bei Gipfelerfahrungen und während kreativer Zustände vor. Hier schwingt das Gehirn mit 7 bis 4 Hz. Im Theta-Bereich finden sich unsere unbewussten oder unterdrückten seelischen Anteile, aber auch unsere Kreativität und Spiritualität. Theta öffnet den Zugang zu unterbewuss­ten Gedanken. Bei Kindern bis ca. zum 10. Lebens­jahr werden auch im Wachzustand ein dominanter Anteil an Theta-Wellen gemessen. Wenn ­Theta-Wellen über längere Zeit regelmäßig produziert werden, stellt sich das ideale Gleichgewicht zwischen Parasympathikus und Sympathikus ein. Vor allem die Theta-Frequenz von 7,83 Hz (Schumann-Frequenz) ist eine wichtige Frequenz in unserer natürlichen Umwelt und unterstützt die Regeneration unseres Körpers. Bilder aus dem Theta-Bereich sind oft weniger farbig, manchmal bläulich getönt, vermitteln uns aber meist ein tieferes Gefühl von persönlicher Bedeutung als die lebendigen, bunten Bilder der Alpha-Wellen. Theta-Wellen allein bleiben unbewusst; erst wenn auch Alpha-Wellen dazukommen, können wir ihre Inhalte bewusst wahrnehmen oder erinnern.

Delta-Zustand

Delta-Wellen (3 - 0,5 Hz) sind die Hirnwellen mit der niedrigsten Frequenz und stellen den unbewussten Bereich dar. Im traumlosen Tiefschlaf, dem erholsamen Teil des Schlafes, produzieren wir ausschließlich Delta-Wellen sowie in Trance und Tiefenhypnose. Wenn sich Menschen im Delta-Zustand befinden, wird eine hohe ­Anzahl von heilenden Wachstumshormonen ausgeschüttet und die zelluläre Regeneration angeregt.

Delta-Wellen kommen aber auch in Kombination mit anderen Hirnwellen vor. Dann entsprechen sie einer intuitiven Aufmerksamkeit, einer Art Radar, einer Einfühlung in Situationen oder andere Menschen.

Aus der Wissenschaft  

Mit Hilfe der Hirnforschung wird versucht, eine wissenschaftliche Grundlage zu schaffen, die neuronalen Mechanismen aufzuklären. Zu verstehen, wie sich beispielsweise Meditation/Imagination/Entspannung auf Aufmerksamkeitsleistungen und die Fähigkeit zur Stressbewältigung auswirken. In einer Reihe von Längsschnittstudien konnten Hölzel und ihre Kolleg:innen zeigen, dass bereits nach acht Wochen Training mit täglich 45 Minuten Übungsdauer eine signifikante Verdichtung der grauen Substanz im Hippocampus zu beobachten ist. Dies ist eine Struktur im Gehirn, die bei Dauerstress, durch hohe Cortisolspiegel im Blut, geschädigt werden kann - das Training führt zu einer Regeneration der Schädigung. Ausserdem war die Abnahme der subjektiven Stressbelastung mit einer Abnahme der Dichte der grauen Substanz in der Amygdala (Angst-und Panik Zentrum) verbunden, die unter anderem eine wichtige Rolle bei der Auslösung von Angstreaktionen spielt. Schließlich konnte die Forschungsgruppe in einer Studie mit Angstpatienten zeigen, wie durch das Meditations-/Imaginationstraining die Konnektivität zwischen präfrontalem Cortex und Amygdala verändert wurde, die wiederum in direktem Zusammenhang mit der Schwere der Angst-Symptomatik steht.

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Stressmanagement durch neuronales Training / Arbeiten

Diese Möglichkeit, das Nervensystem durch Training zu verändern, um so Verhaltensänderungen zu bewirken, ist für das Verständnis der Wirkungen von Meditation/Imagination/Entspannung grundlegend. Imagination, Meditation sowie psychosomatische Gewebearbeiten, wie wir sie auch aus der Osteopathischen Medizin kennen, können die Neuroplastizität im Gehirn verändern, Regenerations- und Regulationsprozesse aktivieren. Die damit verbundene geistige Präsenz und Flexibilität bringen nicht nur eine Balance zurück, sie könnten sich sogar in einer verlangsamten Hirnalterung niederschlagen.

Das entspannte Brain

Regelmäßiges Meditieren, Imaginationsarbeit sowie Arbeiten, die den Alpha-Zustand fördern, beeinflussen das Gehirn nachhaltig. Emotionskontrolle, Aufmerksamkeit, Introspektion, Mitgefühl und das Schmerzempfinden können durch diese Arbeiten beeinflusst werden. Effekte aus dem Alpha-Zustand lassen sich auch in der Konzentration von Neurotransmittern nachweisen. Gewebearbeit wie wir sie in der Osteopathischen Medizin anwenden, Yoga-Übungen und Imagination, erhöhen den Gehalt des entspannend wirkenden Botenstoffs GABA im Gehirn.

Welche Mikronährstoffe fördern ein entspanntes Brain?

Diese Mikronährstoff-Empfehlung kann dabei helfen, dein Gehirn aus dem rastlosen Beta-Zustand in den regenerativen Alpha-Zustand zu bringen sowie die entsprechende Anpassung des Lebensstils, eine vollwertige Ernährung und das Neuronale Training/ Arbeiten.

SAMe - S-Adenosyl-Methionin Antistress Formula und GABA 500 von BIOGENA.

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